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Innerhalb eines Monats hatten sie eine Broschüre mit Bildern und Vermarktungsinformationen erstellt. Ihr neu ernannter Manager und Agent verteilte diese nicht nur in Hotels und Clubs, sondern auch an viele Körperschaften. Diese organisierten große und prestigeträchtige Veranstaltungen in Schottland und dem Norden Englands. Los Caracas waren geboren.
Sehr bald hatten sie sich wöchentliche Auftritte in den Glasgower Restaurants gesichert. Dazu kamen noch viele Auftritte bei privaten Veranstaltungen wie zum Beispiel Hochzeiten. Mittlerweile war es 1968 und es gab eine große Nachfrage nach ihnen.
Opportunity Knocks (bedeutet soviel wie ‘die Gelegenheit klopft an’) war ein TV-Programm, das hochkommende Bands einlud, um für eine Position in der Show zu konkurrieren. Die Programmproduzenten arrangierten Probesingen während des Jahres in den großen Städten des UK. Los Caracas entschieden sich, diesem Wettbewerb beizutreten. Ihr Auftritt war in der Govan Stadthalle in Glasgow und sie wurden eingeladen, Teil der Show im September diesen Jahres zu sein. Jede Show bestand aus 6 Bands, die auf Stimmenfang waren. Abgestimmem konnte nicht nur das Showpublikum, sondern auch die Zuseher, die per Post abstimmten. Die Gewinner waren dann wieder bei der nächsten Show dabei, wo sie erneut mit anderen Bands um den 1. Platz zu kämpfen hatten.
Los Caracas, die mit ihren lateinamerikanischen Liedern auftraten, gewannen dreimal hintereinander und auch das Recht, in der Abschlußshow der Serie auftzutreten, bei der alle Gewinner dabei waren. Als ein Ergebnis dieser von vielen Zuschauern verfolgten nationalen TV-Veranstaltung gab es bald eine Nachfrage nach ihnen längs und quer durch das UK.
1969 war ein beschäftigungsreiches Jahr. So war es kaum verwunderlich, daß das Arbeitspensum der Band sich auf das Berufsleben der Bandmitglieder auswirkte. Sally war Friseuse, Ken Kameramann in der Filmindustrie, Ian ein Gutachter, der für den Glasgower Stadtrat arbeitete, und Eric ein Handelsvertreter für ein nationales Schreibwarengeschäft. Nach vielen endlosen Überlegungen wurde aus der Band am 1. April 1970 eine Profiband. Ihr erstes Engagement war eine 3 Wochen dauernde Kreuzfahrt in der Karibik auf einem P&O-Schiff im Mai.
Im Juni 1970 trafen sie einen Croupier in einem Casino in Glasgow, in dem sie gerade auftraten. Er bot ihnen die Möglichkeit, in Argentinien, seiner Heimat, zu arbeiten, wo er wichtige Kontakte zur Platten- und TV-Industrie hatte. Dort würden sie dem internationalen Markt vorgestellt werden. Ihre Idee war es, nach Italien zu fahren und in Genua ein Arrangement auf einem Kreuzfahrtschiff anzunehmen, um so ihre Passage nach Argentinien abzuarbeiten.
Mittlerweile war daß Repertoire von Los Caracas so groß geworden, daß die Band in kein Schema mehr richtig hineinpaßte. Und es war auch offensichtlich, daß der Name Los Caracas nicht mehr unbedingt zu ihrer Musik paßte. So entschied man sich, ihn zu ändern. Jeder schlug soviel passende Namen vor, wie ihm nur einfielen. Letztendlich wählten sie einen von Kens Vorschlägen, weil er am besten die Art von Musik wiedergab, die sie spielten. Middle of the Road war geboren.
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